Waitangi Day – Nationalfeiertag in Neuseeland

In Neuseeland gibt es 11 gesetzliche Feiertage. Die meisten davon sind so gelegt, dass sie auf einen Montag oder Freitag fallen, damit die Neuseeländer ein verlängertes Wochenende genießen können.

Doch der „Waitangi Day“ ist, genauso wie Weihnachten und Neujahr, auf einen bestimmten Kalendertag festgelegt. Also jedes Jahr am 6. Februar feiern die Neuseeländer den „Waitangi Day“ Feiertag. Fällt dieser Tag allerdings auf einen Samstag oder Sonntag, dann gilt der Montag nach diesem Wochenende als Feiertag für alle. Wichtig dabei ist zu wissen, dass Banken oder andere öffentliche Dienste an den beiden Tagen dann geschlossen sind. Des Weiteren erheben Restaurants einen Aufschlag von 15% an Feiertagen und dieser gilt dann auch für beide Tage, also am Waitangi Day, Sonntag, dem 6. Februar, so wie auch in diesem Jahr am Montag, dem 7. Februar.

Maori Englisch man Foto von Tony

Doch warum feiern die Neuseeländer den Waitangi Day?

Im Febrauar 1840 wurde das Waitangi-Abkommen (Waitangi Treaty) in Waitangi, einem Ort in der Bay of Islands, zwischen Repräsentanten der englischen Krone und mehr als 500 Maori-Häuptlingen unterschrieben.

Dies hatte zur Folge, dass Neuseeland zum britischen Imperium zugehörig erklärt wurde. Von nun an standen die britischen Ansiedler, sowie die Maori vor dem gleichen Recht.

Das Abkommen wurde als Entwurf von William Hobson und seinem Sekretär, James Freeman, auf Englisch aufgesetzt. James Busby, Britischer Resident (=Regierungsvertreter) überarbeitete das Abkommen und stellte es fertig.

Treaty Foto von Sheila Thomson

An einem Abend wurden die Aufzeichnungen dann vom Missionar Henry Williams und seinem Sohn Edward ins Maorische übersetzt. Die Unterschiede zwischen der englischen Version des Abkommens und der Übersetzung ins Maorische führte über die Jahre hinweg zu vielen Streitigkeiten. Es wird gesagt, dass die Maori das Abkommen als heiligen Pakt ansahen, wohingegen viele Pākehā (das ist ein Maori-Wort für die Neuseeländer europäischer Abstammung) das Abkommen häufig ignorierten.

Im frühen 20. Jahrhundert begannen die Pākehā das Abkommen als nationales Gründungsdokument anzuerkennen.

Am 5. Februar 1840 wurde das Abkommen auf dem Grundstück von James Busby unter einem riesigen Zelt, das im Februar 1932 vom Gouverneur General Lord Bledisloe an die neuseeländische Nation geschenkt wurde, den über 500 geladenen Maori präsentiert und heiβ diskutiert. Die ersten Unterschriften zur Anerkennung des Abkommens wurden dann erst am 6. Februar verzeichnet.

Den gesetzlichen Feiertag gibt es allerdings erst seit 1974, von der Labour Party (Arbeiterpartei) als „New Zealand Day“ letztendlich eingführt, da die Labour Party diesen schon 1957 vorgeschlagen hatte. 1975, als die National Party an die Regierung kam, wurde der Namen zu „Waitangi Day“ umbenannt.

Und wie wird der „Waitangi Day“ heute gefeiert?

Feierlichkeiten in Waitangi (Bay of Island) beginnen meist am 5. Februar, ein Tag vor dem Feiertag, in der „Ngapuhi Te Tii Marae“, wo politische Würdenträger in der „Marae“ (heiliger Versammlungort der Maori) willkommen geheiβen werden, um sich Reden von den örtlich ansässigen Iwi (Maori Stämmen) anzuhören. Diese Reden setzen sich meist mit alltäglichen Problemen auseinander.

Marae Foto von Sids1

Im Morgengrauen hisst die königliche neuseeländische Marine die damalige neuseeländische Flagge, (eine weisse Flagge mit der Flagge der vereinten Stämme in der linken oberen Ecke) am Fahnenmast auf dem Waitangi Gelände.

Flag Foto von Tim Parkinson

Die Zeromonien am Tag beinhalten normalerweise einen Gottesdienst und kulturelle Aufführungen, wie Gesang und Tänze. Verschiedene „Waka“ (Maori-Kanu) und ein Marineschiff spielen den Aufruf des Unterzeichnen des Abkommens von Gouverneur Hobson nach.

Waka Foto von Jim Tucker

Der Tag wird mit einem zeromoniellen Einholen der Flagge von der Marine beendet.

In ganz Neuseeland wird der „Waitangi Day“ verschiedenartig gefeiert, z.B. mit Festivals und Konzerten in Auckland oder Wellington. Einige „Marae“ nutzen den Feiertag als „Tag der offenen Tür“, um der Gemeinde die Möglichkeit zu geben, Erfahrungen über die Maorikultur und deren tradionellen Abläufe zu vermitteln.

Die sonst typischen Paraden finden an diesem Tag aber nicht statt.
Da der „Waitangi Day“ ein gesetzlicher Feiertag ist und dieser zudem im Sommer gelegen ist, nutzen die Neuseeländer diesen Tag auch gerne, um ihn am Strand zu verbringen, was ja ebenfalls ein Teil der Neuseelandkultur ist.

Also wenn ihr vielleicht zufällig oder auch geplant am 6. Februar in der Bay of Islands, Wellington oder Auckland seid, dann schaut doch, ob ihr diesen Tag auf einem Konzert, Festival oder auf traditionelle Weise in Waitangi selbst feiern wollt.

Habt ihr an etwas typisch Neuseeländischem teilgenommen oder wisst ihr Interessantes über das Land zu berichten, dann würde ich mich sehr freuen, von euch zu hören.

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