Silberfarn – Cyathea dealbata

SilberfarnNeuseeland ist für seine einzigartige Flora und Fauna (siehe auch Teil 1 und Teil 2 zu einheimischen Pflanzen Neuseelands, die auch essbar sind) bekannt. Die 200 verschiedenen Farnenarten Neuseelands prägen das Aussehen des neuseeländischen Busches. Der weitverbreiteste und bekannteste Farn Neuseelands im In- und Ausland ist unumstritten der Silberfarn, der, mit seiner silbrigen Farbe auf der Unterseite der Farnenblätter, leicht erkennbar ist.

Viele Firmen, Organisationen und Sportmannschaften fühlen sich durch den Silberfarn inspiriert und nutzen ihn als Logo oder sogar den Namen selbst, z.B heißt die Netballnationalmannschaft Neuseelands „Silverferns“ (Silberfarn) und die „All Blacks“ (Rugby Nationalmannschaft) trägt den Silberfarn auf deren Flagge.

Zum ersten Mal allerdings wurde der Silberfarn als Nationalsymbol im 2. Burenkrieg von der neuseeländischen Armee verwendet.

Vorkommen des Silberfarns

Nur in Neuseeland kommt der Silberfarn vor und wächst auf beiden Hauptinseln, sowie auf den „Chatmann“ (östlich von Neuseeland) und „Three King Inseln“ (nörd-westlich von Neuseeland). Er wächst, wie alle Farne, gerne in feuchten, aber gut drainierten Humusböden und kann, wenn er gut angewachsen ist, auch trockene Phasen gut überstehen.

Allgemein kommen Farne meist in tropischen Regionen vor. In Neuseeland können dennoch eine ungewöhnlich große Anzahl von Farnenarten zwischen 20mm lang und bis zu 10m hohe Farnenbäume gefunden werden. Ungefähr 40% der Farnenarten Neuseelands wachsen nirgendwo anders auf der ganzen Welt.

Normalerweise können Farne nur in feuchten Waldgebieten vorgefunden werden, da sie eine Menge Wasser zum Überleben brauchen. Auch in Neuseeland wächst eine reichhaltige Anzahl von Farnen in allen feuchten Wäldern, an Baumstämmen und –zweigen und entlang von Uferbereichen. Aber einige Farne konnten sich sogar den trockenen Küsten-, Berg- oder Stadtbereichen anpassen.

Erkennen des Silberfarns

DSC01382Der Silberfarn kommt in Höhenlagen von 5m und bis zu 650m über den Meeresspiegel vor und kann eine Höhe von bis zu 10m an Höhe oder mehr erreichen. Die silbrige Farbe der Unterseite der Farnenblätter erscheint erst nach 2 Jahren des Wuchses eines Farnenwedels. Auch der Stamm ist recht leicht erkennbar, da die Ansätze eines Farnenwedels, wenn diese abgefallen sind, dem Stamm ein ungleiches und rauhes Aussehen verleihen.

Die Farnenblätter wachsen horizontal und erreichen jeweils eine Länge von 2-4m und eine Breite von 0,60m bis zu 1,2m.

Wenn der Silberfarn jünger als 2 Jahre is, ist er wesentlich schwerer zu erkennen. Je nach Lebenszyklus können unterschiedliche Merkmale als Identifikation genutzt werden. Zum Beispiel die fruchtbaren Farnenwedel weisen auf der Unterseite braune Punkte an den Sori vor. Sori ist der Plural von Sorus und ist eine Ansammlung von Sporangien bei Farnen oder Pilzen. Die Sporangien enthalten die der Fortpflanzung dienenden Sporen.

Der junge Silberfarn hat noch keinen Stamm, da dieser im Vergleich zu den Farnenwedel recht langsam wächst.

Lebenszyklus des Sliberfarns

Im Lebenszyklus eines Silberfarns durchläuft er zwei verschiedene Phasen: Sporophyt und Gametophyt. Eine geschlechtsreife blättrige Pflanze produziert Sporen auf der Unterseite der Farnenwedel. Diese werden von kleinen Kapseln gehalten, die Sporangien heißen. Die diploide Pflanze (das bedeutet, dass die Zelle zwei Chromosomensätze besitzt.) wird Sporophyt genannt. Zellen im Sporangium geben haploide Sporen (ein Chromosomensatz) beim Durchlaufen der Meiose ab. Beim Keimen der Sporen formt sich der kleine, dünne und herzförmige Gametophyt. Der Gametophyt produziert die Fortpflanzungsorgane; die Eier, aber auch die Spermien. Bei der Befruchtung bildet sich eine diploide Zygote. Im Entwicklungsstadium des Sporophyts wirkt die Zygote parasitisch auf dem Gametophyt.

Einfluß des Silberfarns auf das Ökosystem

Silberfarn klein 2Im neuseeländischen Ökosystem spielt der Silberfarn eine wichtige Rolle. Zum einem unterstützten sie ein besseres Wachstum von viele Schlingpflanzen, Kletterpflanzen und Rankers. Durch die Zersetzung der herunterfallenen Farnenwedel unterstützen sie zum anderen positive das Millieu des Bodens für Epiphyten. Epiphyten sind Pflanzen, die sich von den Nährstoffen am Boden ernähren, aber kein parasitisches Verhalten aufweisen.

Desweiteren geben die Farne Schutz für andere heranwachsene Pflanzen. Und die abgestorbenen Baumstämme bieten neuen Samen den besten Untergrund für ein gutes Wachstum und schaffen zusätzlich ein Habitat für unzählige wirbellose Tiere.

Traditionelle Nutzung des Silberfarn von den Maori

Die Maori, die den Silberfarn Ponga nannten, nutzten den abgeschnitten Silberfarnwedel als Unterlage zum Schlafen.

Durch die silbrige Unterseite des Farns, die auch im dunkeln gut erkennbar ist, eignetete sich der Farn wunderbar als Markierung im neuseeländischen Busch für die Maorikrieger. Die Farnenspitze gab die Richtung für nachfolgende Krieger an.

Weiterhin benutzten die Maori den Silberfarn zum Bau von Lagerräumen für ihre Nahrung, da durch die dicken Wände die Ratten nicht durchdringen konnten.

Zudem enthielt der Farn große Mengen an Stärke und diente somit auch hervorrangend als Nahrungsmittel in der traditionellen Maoriküche.

Selbst für medizinische Zwecke wurden die Wurzelhaare des Silberfarns genutzt und kam vor allem beim Verbinden von Wunden und für Wickel gegen Hautausschläge zum Einsatz. Pongapuder half das Fieber zu senken.

Moderne Nutzung des Silberfarns

Auch heute wird der Farn noch vielseitig genutzt. Für viele Souvenire, wie Untersetzer, Vasen, Gefässe, u.v.m. wird der Stamm des Silberfarns verwendet. Die Fasern eigenen sich hervorangend für Topferdemischungen. Und auch zum Bau von Zäunen und schattenspendene Kontruktionen, für Pflanzen und Tiere, werden immer noch die Stämme des Silberfarns benutzt. Der Silberfarn ist eine beliebte Gartenpflanzen und fließt symbolisch in viele kreative Projekte vieler Neuseeländer ein.

Auch als es um die Entscheidung zu einer neuen Flagge Neuseelands ging, war der Silberfarn die Inspiration für die meisten vorgstellen Designs.

Die Neuseeländer fühlen sich mit dem Silberfarn, sei es als Koru (eingerolltes Farnenblatt) oder als ausgewachsener Farnenwedel stark verbunden, sonst würden wohl kaum so viele Sportteams den Silberfarn auf die eine oder andere Art für sich verwenden.

Ich fühle mich ebenfalls vom Silberfarn sehr inspiriert und habe ihn schon in vielen meiner künstlerischen Projekte verwendet und werde dies sicher auch in der Zukunft machen. Vielleicht habt ihr den Silberfarn auch schon mal für eines eurer Projekte genutzt oder bekommt nun Lust darauf. Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dann eure Kunstwerke mit uns teilt.

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