Neuseeland – meine neue Heimat, ein Erfahrungsbericht von Daniela

Vor 11 Jahren bin ich mit einem “Work and Holiday”-Visa nach Neuseeland gegangen. Damals wäre mir nie im Traum eingefallen, mich in dem fernen und fremden Land niederzulassen. Geplant war nur ein einjähriger Aufenthalt, verbunden mit viel Spaβ und Abenteuer, wie es eben die meisten jungen Menschen im Kopf haben. Zusammen mit einer Freundin erkundeten wir das Land mit einem Kleinbus, den wir kurz nach unserer Ankunft in Auckland auf dem Backpackers CarMarket für circa $3000 (1500 Euro) gekauft hatten.  Zwei Monate war dieses Gefährt unser Zuhause; wir bereisten die Nord- und Südinsel, schliefen unter der Brücke von Wellington oder an den vielen wunderschönen Stränden, wie z.B. bei Glenorchy (Südinsel) und erlebten viele spannende Abenteuer. Eine ganz besondere Zeit, die mir immer in Erinnerung bleiben wird.

Daniela unterwegs im Kleinbus

Daniela unterwegs im Kleinbus

Als mir das Geld langsam ausging, entschied ich mich für zwei Monate in einem Fruchtunternehmen in der Bay of Plenty zu arbeiten. Dort half ich Kiwifrüchte zu wiegen und zu verpacken, manchmal 60 Stunden die Woche. Nachdem die Erntezeit ihr Ende fand, suchte ich mir andere Arbeit auf einer Straußenfarm. Für freie Unterkunft und Essen arbeitet ich dort so zwischen 25-30 Stunden die Woche. Es war eine harte Arbeit und doch würde ich die Zeit nicht missen wollen, war sie einmalig und unvergesslich.

Ich hatte aber noch eine lange Reise vor mir und war somit auf der Suche nach einem besser bezahlten Job. In Gesprächen mit Einheimischen erfuhr ich, dass viele Handwerksberufe auf der sogenannten „Shortage List“ standen und ich, als ausgebildete Zahntechnikerin, eine sehr gute Chance hatte, Arbeit in diesem Bereich zu finden. Kurze Zeit später fing ich an in einem Labor zu arbeiten. Ich lebte mich in den drei Monaten sehr gut ein, fand Freunde und auch eine Beziehung. Der Tag der Abreise rückte unterdessen immer näher und ich fühlte mich einfach nur sehr wohl in Neuseeland. Und so stellte sich für mich die Frage, was nun?

Mein damaliger Arbeitgeber bot mir an, mich beim Beantragen des 3-jährigen Arbeitsvisums in der „skilled migrant“ Kategorie als Sponsor zu unterstützen. Nach wochenlangen schlaflosen Nächten, in denen ich mir alles genau überlegte und abwägte, entschied ich mich dann doch, dieses Angebot anzunehmen, da es sehr verlockend war.

im Kiwifruchtunternehmen

im Kiwifruchtunternehmen

Die Zeit danach wurde dann etwas holprig, denn für jeden, der auswandert und die Familie und langjährigen Freunde zurücklässt und ans andere Ende der Welt zieht, weiβ, dass ein solcher Schritt nicht immer einfach ist.

Doch nach wie vor liebe ich das Land, die Leute und die Mentalität der Kiwis sehr. Seit Mai 2007 habe ich nun auch meine „Permanent Residency“ (unbegrenzte Arbeitserlaubnis), fand den Partner meines Lebens, habe einen Sohn und eine zweite Heimat in Neuseeland gefunden.

Habe ich die Entscheidung jemals bereut? Nein. Ganz im Gegenteil, ich möchte sogar alle, die nach Neuseeland oder auch woandershin auswandern wollen, dazu ermutigen. Der Weg mag manchmal steinig und mühsam sein, und Pläne können sich auch schnell ändern, aber mit der Entscheidung in Neuseeland zu leben, habe ich ein großes und wunderbares Gefühl an Freiheit bekommen, das ich nicht mehr aufgeben möchte.

Deshalb bitte ich euch alle, findet den Mut, eure Träume zu leben!

Artikel und Fotos von Daniela Kilian

Hier sind noch einige Buchtipps zum Auswandern und zum Work and Travel:

Schaut doch auch bei ähnlichen Beiträgen vorbei:

Reisebericht von Claudia und Robert

Erfahrungsbericht zum Auswandern von Kirstin

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Ein Kommentar zu “Neuseeland – meine neue Heimat, ein Erfahrungsbericht von Daniela

  1. Hallo Daniela,
    wow, deine Geschichte empfinde ich als sehr inspirierend. Ich bin plane auch ein Jahr in Neuseeland zu verbringen und erkundige mich gerade über Work and Travel, deswegen bin ich auch hier gelandet 🙂 Ist die Zeit von damals, als du nach Neuseeland aufgebrochen bist, denn noch mit heute vergleichbar? Man liest von so vielen Work and Travellern, die in Australien und Neuseeland unterwegs sind, dass ich mich frage, ob das noch ein Abenteuer ist oder schon eine Touri-Veranstaltung. Wie war es bei dir? Bist du mit einer Organisation aufgebrochen oder oder hast du alles alleine geplant? Ich habe schon vor eine Organisation zu benutzen, möchte aber ein echtes Abenteuer erleben. Was hältst du von Angeboten wie diesem? http://www.stepin.de/work-and-travel-neuseeland/ Touristenattraktion oder echtes Abenteuer?
    Ich würde mich über eine Antwort sehr freuen.
    Liebe Grüße,
    Marie

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