Leben Kookaburravögel nur in Australien oder auch in Neuseeland?

Kookaburra Foto von Steve Austin

Vor nicht allzu langer Zeit fuhren meine Familie und ich zusammen nach einen Ausflug nach Hause und entdeckten auf einem Zaun, nicht weit weg von uns, einen Vogel, den wir eindeutig als Kookaburra erkannt zu meinen haben.
Dennoch waren wir etwas verunsichert, da wir ja dachten, dass diese Vögel nur in Australien leben würden. Da wir nichts von einem entflohenen Kookaburra gehört hatten, war unsere Neugierde geweckt und wir recherchierten herum, um dieses Rätzel zu lösen.
Im Internet fanden wir dann viele interessante Informationen über den Kookaburra.

Gestalt und Aussehen

So fanden wir heraus, dass das Wort Kookaburra von der Wiradjuri Aborigine Sprache (guuguuburra) abgeleitet wurde und für den Klang, den der Vogel macht, ausgewählt wurde.
Der Kookaburravogel, auf deutsch Jägerliest (oder auch ‚lachender Hans‘) und mit dem wissenschaftlichen Namen Dacelo novaeguineae genannt, ist ein groβer Eisvogel und im östlichen und südlichen Australien beheimatet. Der fleischfressende und stämmige Vogel ist cirka 45 cm groβ und wiegt an die 0,5 kg. Vergleichsweise zu anderen Eisvögeln ist der Kookaburra damit riesig.
Er hat einen fast quadratisch aussehenden Kopf mit einem robusten und spitzen Schnabel, und kurzem Nacken und Beinen. Die Flügel sind dunkelbraun und einige Flügelfeder haben eine blaue Spitze. Der untere Körper ist relativ hell und ein dunkler Streifen führt durch die Augen und über den Schnabel entlang.

Fortpflanzung

Weibliche und männliche Kookaburra sehen einander recht ähnlich. Allerdings sind die weiblichen Tieren ein klein wenig gröβer als ihre männlichen Artgenossen.
Die durchschnittliche Lebensspanne eines Kookaburras beträgt an die 15 Jahre. Die Weibchen legen meist 3 Eier über 1-2 Tage verteilt. Während der Nacht brüten die Weibchen die Eier aus. Tagsüber helfen die Männchen und andere Mitglieder der Vogelfamilie beim Ausbrüten. Aus dem ersten gelegten Ei schlüpft meist ein Männchen, aus dem zweiten ein Weibchen. Das dritte Kücken überlebt in den wenigsten Fällen, da der Geschwisterkampf unter den Kücken sehr hoch ist. Die Kücken werden blind und nackt geboren.

Besonderheit des Kookaburra

Der Kookaburra ist wunderbar an das australische Klima angepasst. Seine Federn sind dicker als die von anderen Vögel mit gleicher Gröβe und ist somit 25% besser vor Kälte geschützt als andere Vögel. Um Energie zu sparen, fliegt der groβe Eisvogel sehr langsam und setzt während der Nacht seinen Metabolismus und seine Körpertemperatur auf 9,1 Grad Celsius herab.
Die Kookaburras brauchen normalerweise kein Wasser zum Trinken, da sie genügend Flüssigkeit durch die Nahrung aufnehmen. Nichstdestotrotz lieben sie es, im Wasser zu baden, was wohl ein Überbleibsel aus der genetischen Evolution ist und sie mit den anderen Eisvögeln verbindet.

Abstammung des Namens

Kookaburras werden auch lachende Kookaburras genannt, da ihr unverwechselbarer Ruf an menschliches Gelächter erinnert. Alle Familien stimmen beim Rufen mit ein, um ihr Territorium zu verteidigen. Meist ist das Geschrei in der Morgen- und Abenddämmerung zu hören.
Andere Kookaburraarten
Es gibt 4 bekannte Arten in Australien, Neuguinea, Tasmanien und den Aruinseln:
Rotbauchliest (Dacelo gaudichaud)
Aruliest (Dacelo tyro)
Haubenliest (Dacelo leachii)
Jägerliest (Dacelo novaeguineae)

Nahrung und Habitat

Die Vögel ernähren sich fast ausschlieβlich nur von Fleisch, wie Mäuse, Schlangen, Insekten, kleinen Reptilien und Jungvögel anderer Vogelarten.
Auf cirka 65 Millionen wird die heutige Population der Kookaburras geschätzt und sind somit nicht als gefährdet eingestuft. Trotzdem leiden viele Vögel und so auch der Kookaburra am Verlust ihrer natürlichen Habitate, wie den Eukalyptuswäldern und anderen Waldlandschaften, in denen sie jagen und ihre Nester bauen. Die herangewachsenen Jungvögel werden meist nicht des Territoriums verwiesen, sondern bleiben zusammen mit ihrer Familie, um diese beim Aufziehen der nächsten Generation von Jungtieren und dem Verteidigen des Territoriums zu helfen.

Natürliche Feinde

Natürliche Feinde des Kooaburras sind vor allem Possums, die sich an die Eier im Nest hermachen. Auch Echsen, Schlangen und Quolls (Beutelmarder) stellen eine Gefahr für die Jungtiere da.

Kookaburras in Neuseeland

All diese Informationen über den Kookaburra fanden wir zwar recht spannend, doch bis dahin hatten wir noch immer nicht herausgefunden, ob es auch Populationen in Neuseeland gibt. Dann plötzlich stoβ ich auf eine Internetseite (Link) von der neuseeländischen Regierung, die eine Liste von Spezien, die nach Neuseeland eingetragen worden sind, aufführt. Darunter war auch der Kookaburra zu finden.
Spät im 19. Jahrhundert lieβ Sir George Grey auf der Kawau Insel (nördlich von Auckland) Kookaburravögel frei, die die Grundlage für die heutige Population in Neuseeland sind. Das Freisetzen von weiteren Vögeln in anderen Regionen blieb allerdings erfolglos. Es gibt Schätzungen, dass es an die 500 Tiere oder weniger in Neuseeland gibt, welche sich von Whangarei bis zu den Waitakere Ranges erstrecken.

Neuseeland ist ja als Vogelparadies bekannt und es ist somit verwunderlich, dass sich der lachende Eisvogel nicht weiter ausgebreitet hat. Der wohl wichtigste Grund dafür ist, dass es in Neuseeland keine Schlangen gibt, die das Hauptnahrungsmittel der Kookaburras sind. Die Vögel sind so gut an das australische Leben angepasst und sie haben ihre Nische dort gefunden. In Neuseeland müssen die Vögel mit vielen anderen Vögeln um Nahrung und Territorium konkurrieren. Neuseeländische Vögel sind hier besser an die Flora und Fauna angepasst und dem Kookaburra somit überlegen. Den Vorteil der Anpassung an seine Umgebung, den der riesige Eisvogel noch in Australien hatte, hat er in Neuseeland verloren und somit wird er sich wohl auch in Zukunft nicht unkontrollierbar vermehren.
Wir fanden es sehr schön einen Kookaburra „wild“ zu sehen. Vielleicht könnt ihr ja auch auf eurer Reise durch Neuseeland (im Norden der Nordinsel Neuseelands) einige von diesen wunderschönen Geschöpfen entdecken.

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