Endlich Kiwi – doppelte Staatsbürgerschaft – Teil 1

Hallo liebe Kiwiland Fans,

Heute nun veröffentliche ich mal etwas verspätet unsen nächsten Artikel, da einfach sehr viel in den letzten Wochen los war. Es gibt allerdings etwas sehr wichtiges für uns zu feiern und ich dachte, ich erzähle euch davon, da es sicher ein Thema ist, das viele interessiert.

Mitte August haben mein Mann und ich endlich unsere neuseeländische Staatsbürgerschaft erhalten. Und nein, wir haben die deutsche Staatsbürgerschaft nicht aufgegeben.

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Knapp acht Monate lang hat der gesamte Prozeß gedauert und ich muß sagen, dass dies sehr schnell war, bis wir alles durch hatten und wir die Staatsbürgerschaftsurkunde endlich in unseren Händen hielten.

Viele mögen nun fragen, warum wir überhaupt Neuseeländer werden wollten. Das ist natürlich eine gute Frage, die wie so häufig nicht so schnell beantwortet ist. Ich denke, wenn ich sage, dass für uns dies innerlich einfach der nächste logische Schritt war, trifft diese Erklärung wohl einfach am besten zu.

Es ist schwer zu erklären, doch noch nie in meinem Leben habe ich mich so stolz gefühlt, „deutsch zu sein“ und doch lebe ich seit 10 Jahren in diesem wunderschönen Land. Unsere drei Kinder sind Kiwis und da fühlte sich dieser Schritt einfach richtig an.

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Grundsätzlich hat man persönlich nicht wirklich Vorteile, wenn man von der unbegrenzten Aufenthaltsgenehmigung (Permanent Residency) zur Staatsbürgerschaft wechselt. Wählen, Nutzung des öffentlichen Gesundsheitssystems, finanzielle Gleichstellung bei Banken, etc, alles das Gleiche. Sicher ich kann kein Politiker werden und nicht zur Armee gehen, aber das hatte ich ohnehin nicht vor. Für unsere Kinder ist dies schon etwas anders. Wenn sie sich z.B. für ein Stipendium für eine Universität qualifizieren würden, aber keine neuseeländische Staatsbürgerschaft besitzen, können sie dieses nicht bekommen.

Also wie lief der gesamte Prozeß ab?

Im Januar 2016 füllten wir die Unterlagen aus, um eine Genehmigung für eine Beibehaltung der deutschen Staatsbürgerschaft zu bantragen. Diese gaben wir dann bei der Botschaft in Wellington persönlich ab. Soweit ich weiß, wurden die Unterlagen zur Bearbeitung weiter nach Deutschland geschickt. In dem Fragebogen mußten wir angeben, welche Nachteile sich für uns ergeben, wenn wir die deutsche Staatsbürgerschaft abgeben würden, sowie auch, welche wenn wir die neuseeländische Staatsbürgerschaft nicht erwerben würden. Es gibt viele Internetseiten, auf dennen gute Antworten zu diesen Fragen zu finden sind, die man dann allerdings auf seine eigene Situation anpassen sollte.
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Da unsere Kinder schon Kiwis sind, sahen wir für uns den größten Nachteil darin, dass wir unseren elternlichen Pflichten eventuell nicht nachkommen könnten, wenn wir die neuseeländische Staatsbürgerschaft nicht hätten, da sich Gesetze auch gerne mal ändern können.

Gründe warum wir die deutsche Staatsbürgerschaft nicht aufgeben wollten, waren u.a. die Verbindung zur Familie in Deutschland. (Gut ist dann, wenn man durch den Reisepass nachweisen kann, dass man hin und wieder in Deutschland zu Besuch war bzw. auch Besuch aus Deutschland nach Neuseeland kam) Gerne wird auch gesehen, wenn der Staat finanzielle Vorteile, wie z.B. die Aussicht auf Steuern aus Erbschaften aus Deutschland, o.ä. beim Erhalt der deutschen Staatsbürgerschaft erhält. Und für mich persönlich konnte ich nachweisen, dass ich deutsche Autorin und Illustratorin bin.

Anhand unserer Recherchen konnten wir aber erkennen, dass in Deutschland geborene Staatsbürger selten Schwierigkeiten bei der Genehmigung für die Beibehaltungsurkunde haben und Ablehnungen nur aufgrund von Formfehlern auftreten. Diese Aussage kann ich allerdings persönlich weder bestätigen, noch abweisen. Alle Deutschen, die wir kennen, die diesen Schritt gegangen sind, hatten keine Schwierigkeiten. Allerdings sind es nicht viele, die die neuseeländische Staatsbürgerschaft beantragt haben.

Nach Prüfung der Unterlagen wurden wir dann aufgefordert 210€ pro Person auf ein ausgewiesenes deutsches Konto zu überweisen und erst nach Eingang wurde die Urkunde an die Botschaft in Wellington versendet. Da wir allerdings in der Aucklandregion leben und wir nicht nochmals zu dem Zeitpunkt nach Wellington wollten, baten wir darum die Urkunden zum Konsulat nach Auckland zu senden, um diese dann persönlich dort abzuholen.

Erst am Tag der Abholung der Beibehaltungsurkunde wird diese gültig und gewährt einem innerhalb von zwei Jahren eine andere Staatsbürgerschaft (die man zuvor angeben musste) zu erwerben. Wenn man die neue Staatsbürgerschaft nicht in diesem Zeitraum erwirbt, verfällt die Beibehaltungsurkunde. Ich glaube aber, man kann den Zeitraum für Mehrkosten auch verlängern.

Ende April hielten wir diese Urkunde in den Händen, die wir von nun an bei jeder Reisepassbeantragung vorweisen müssen.

Im nächsten Artikel erfahrt ihr, wie es mit der neuseeländischen Behörde und wie die offizielle Feierstunde ablief.

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8 Kommentare zu “Endlich Kiwi – doppelte Staatsbürgerschaft – Teil 1

  1. Herzlichen Glueckwunsch
    Wit hatten damals mit voller Absicht die deutsche Staatsbuergerschaft abgegeben um uns unsere Rente (Arbeitnehmeranteil) auszahlen zu lassen (mit erfolg). So koennen Beweggruende unterschiedlich sein!

    • Danke fuer deinen Kommentar. Ich wuerde gerne mehr von deiner Geschichte hoeren wollen. Hast du Lust mir etwas dazu zu schreiben?

      • Ja, als wir mit unserer 3 jaehrigen Tochter letztes Jahr in D einreisen wollten, wollten sie sie nicht reinlassen, da das Passbild, wo sie knapp 7 Monate drauf war, ihrem 3 jaehrigen Gesicht nicht mehr aehnlich sehe. Weder Kanada, Neuseeland, USA haben Probleme damit gehabt, nur in Deutschland (mit einem deutschen Pass) hatte ich Probleme das Kind mit hineinzubringen. Ich war geschockt, wie man als Deutscher behandelt wird. Und sie sah eindeutig so aus, wie auf dem Foto, nur groesser. Der Pass ist 5 Jahr gueltig und Kinder veraendern sich nun mal. Vielleicht spielte dies auch in unserer Entscheidung mit rein.

        • Das ist ja unglaublich und widerwärtig, passt aber zur deutschen Bürokratie (obwohl es die in den von Ihnen genannten Staaten ebenfalls gibt). Wie sind Sie dann doch reingekommen? Haha, tut mir leid für die dumme Frage, aber das interessiert mich.

          • Ich habe geredet und geredet und ihnen versprochen einen neuen Pass zu beantragen, sowie wir wieder in Neuseeland sind. Was super quatsch ist, weil warum ist ein Pass eine gewisse Anzahl von Jahren gueltig, um dann doch waehrend dieser Zeit dann nochmals einen neuen zu beantragen. Ich war super determined und haette mich nicht von etwas anderen ueberzeugen lassen und ich bestand daruaf ins Land gelassen zu werden und gemeint, dass ich alle anderen Dinge spaeter klaere, da ich ja in dem Moment eh nichts machen konnte. War in Frankfurt, einmal beim Einreisen und dann nochmals beim Ausreisen. Berliner Flughafen war komischerweise ok damit.

  2. Hallo schön das es geklappt . Ich und meine Freundin wollen auch näch Neuseeland auswandern…wir haben aber erstmal andere Probleme wie ein job zu finden und ein work Visa zu bekommen. Könnt ihr uns da Tipps geben oder helfen? Würden uns sehr freuen.

    • Ganz lieben Dank fuer deinen Kommentar. Das Work Visum zu bekommen ist wohl erstmal das schwerste. Nach Jobs, da koennt ihr auf http://www.seek.co.nz nachschauen, weil dort sind wohl die meisten Jobangebote zu finden. Wenn es bestimmte Fachzeitschriften in euren Berufsbereich gibt und diese auch fuer Ausland annoncieren, waere dies auch empfehlenswert da nachzuschauen und eventuell auch bei Arbeitgebern anzufragen, die schon vor einiger Zeit eine Annonce reingesetzt hatten. So hatten wir das gemacht. Schaut fuer eure Berufsbranche nach Firmen etc raus und kontaktiert sie direkt und ihr koennt das Jobinterview ueber Skype oder Facetime fuehren. Versucht ein work Visum fuer mindest. 2 Jahre oder laenger zu beantragen, da ihr dann auch das oeffentliche Gesundheitssystem kostenfrei mitnuzten koennt. Ich hoffe, dies hift erstmal weiter. Viel Glueck!

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