Endlich Kiwi – doppelte Staatsbürgerschaft – Teil 2

Gleich nachdem wir die deutsche Beibehaltungsgenehmigung (siehe ersten Artikel) in den Händen hielten, vereinbarten wir einen Termin bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde (Internal Affairs), um die neuseeländische Staatsbürgerschaft endlich zu beantragen. Zuvor hatten wir aus dem Internet die Formulare heruntergeladen, ausgedruckt und ausgefüllt. Fragen waren alle zur eigenen Person , ähnlich wie beim Antrag für die unbegrenzte Aufenthaltsgenehmigung (Permanent Residency). Ein medizinisches Gutachten brauchten wir diesmal allerdings nicht, wofür ich sehr dankbar war, da man sonst wieder Blut abgenommen hätte – etwas, worum ich nicht traurig bin.

Ende Mai wurde uns ein Interview von der neuseeländische Einwanderungsbehörde anbeboten. Bei diesem Interview sind wir dann alle ausgefüllten Unterlagen nochmals durchgegangen, damit auch keine Fehler darin enthalten sind. Hier und da wurden uns Fragen zur Politik, Reisen und unseren alltäglichen Leben gestellt, die wohl alle dazu bestimmt waren, um den Bewerber, in diesem Falle uns, zu testen, ob unsere Englischkenntnisse ausreichend für ein Leben in Neuseeland sind.

Mir kam das Interview recht lange vor, aber die Fragen waren alle leicht zu beantworten. Ich denke nach einer Stunde waren wir fertig und wurden dann dazu aufgefordert die NZ$ 470.20 pro Person zu bezahlen. Uns wurde mitgeteilt, dass die erste Bearbeiterin, unsere Interviewerin, den Antrag genehmigt hatte, dieser aber nun zur zweiten Bearbeiter/in weitergeleitet wird. Zudem wird ein Polizeischeck durchgeführt und wenn dann alles bestanden ist, werden wir ein Schreiben bekommen, in dem uns mitgeteilt wird, dass wir Neuseeländer werden dürfen.
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DSC05337Die neuseeländische Staatsbürgerschaft wird aber erst offiziell, wenn wir zur Feierstunde gehen und dort unsere Staatsbürgerschaftsurkunde überreicht bekommen. Da diese Feierstunden nur alle paar Monate stattfinden und es doch eine große Anzahl von Bewerber gibt, muss auf den nächsten freien Termin dafür gewartet werden, was wohl manchmal bis zu einem Jahr dauern kann.

Wir hatten Glück und wurden sehr schnell von dem Komitte, die die Feierstunde organisiert mit einem Zeromonietermin angeschrieben.
Bay of Islands Tours
Aufgeregt sind wir dann Mitte August zum ‚Bruce Mason Theatre‘ in Takapuna gegangen. Einige Hunderte, vielleicht auch tausend Menschen haben sich hier versammelt, um an der Zeromonie teilzunehmen. Auf unserer Einladung hatten wir schon unsere Plätze zugewiesen bekommen.

urkundeUm 19 Uhr ging es dann los. Eine Sprecherin erklärte uns den gesamten Ablauf. Als erstes durften alle Einwanderer, die auf die Bibel schwören wollten, aufgefordert, ihren Eid auf Neuseeland und der Königin abzulegen. Danach wurden alle einzeln auf die Bühne gerufen und ihnen die Staatsbürgerschaftsurkunde übergeben. Alle liefen über einen roten Teppich und wurden von verschiedenen offiziellen Amtsträgern beglückwünscht. Am Ende erhielten alle einen Hongi (eine Begrüßungsform der Maori, wobei Nase auf Nase und Stirn auf Stirn gelegt wird und sich tief in die Augen geschaut wird) von einem Maorioberhaupt.

Danach führte eine Maorigruppe ein kulturelles Programm, mit Tänzen, Gesang und Haka vor, bevor alle nichtreligiösen Kandidaten zur Einbürgerung aufgefordert wurden ihren Eid abzulegen und sie ihre Urkunden überreicht bekamen.
New Zealand Bus Pass

Daraufhin sangen alle die neuseeländische Nationalhymne auf Maori und Englisch. Am Schluß wurden alle 49 Nationalitäten, die an der Zeremonie teilnahmen vorgestellt. Die meisten Einwanderer waren aus Südafrika und dem Vereinigten Königreich, aber auch viele Philipiner und andere Asiaten waren anwesend. Aus Deutschland konnten wir nur noch zwei weitere Leute entdecken.

Am Ende, der fast zweistündigen Feierstunde, wurden wir offiziell in Neuseeland willkommen geheißen. Im Foyer wurde danach Tee, Kaffee und Kekse angeboten und man konnte sich mit anderen Einwandern austauschen und unterhalten.

Nun, einige Tage später, lasse ich alles nochmal Revue passieren und auf mich wirken. Nichts fühlt sich wirklich verändert an. Gut wir können uns nun auch Kiwis nennen und einen neuseeländischen Reisepass beantragen und mit diesem umherreisen.

Ich denke, die doppelte Staatsbürgerschaft drückt einfach nur aus, was wir innerlich fühlen. Wir haben das Glück zu zwei Welten zu gehören.

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