Der Kiwivogel – Apteryx

Kiwivogel

 

 

 

Foto von denisbin

 

Eigentlich ist es schon lange überfällig einen Artikel über den einzigartigen und ungewöhnlichen Kiwivogel zu schreiben. Nicht nur ist er das nationale Symbol der Neuseeländer, mit dem sie sich identifizieren und bewundern, sondern nun habe ich auch eine Kinderbuchgeschichte mit dem Titel (link) und dem Thema Mut auf dem Markt gebracht. So ist es dann nur zu verständlich, dass ich noch mehr über diesen flugunfähigen Vogel erfahren und es mit euch teilen wollte.

Fakten zum Vogel

Vieles ist über diesen Vogel sicher schon allgemein bekannt, wie das er in Neuseeland zu Hause und nachtaktiv ist, sehr schnell laufen kann, braune Federn und einen langen Schnabel, mit den Nasenlöchern an der untersten Spitze, hat.

Aus meinen Artikel (Interessante Fakten über die Neuseeländer/Kiwis) ist einigen vielleicht auch bekannt, dass der Name Kiwi aus der Maorisprache kommt und soviel wie „lautes Rufen“ bedeutet. Der lateinische Name Apteryx hingegen bedeutet „flügellos“

Desweiteren hat der Kiwivogel nur jeweils einen Partner, der häufig sogar auch für ein ganzes Leben bleibt. Sie können 20 bis zu 40 Jahre alt werden, sind sehr teritorial und können ein Gebiet von cirka 2-100 Hektar, je nach Art, als Revier beanspruchen. Der Kiwivogel ist in der Lage sehr schnell zu lernen und kann so z.B. schwer ein zweites Mal ausgetrickst werden.

Einordnung

Die Einordnung von verschiedenen Kiwivögeln in Hauptart und/oder Unterart ist noch in ständiger Diskussion. Zur Zeit werden allerdings 5 Hauptarten vom Kiwivogel anerkannt mit vielen Unterarten.

– Großer Fleckenkiwi (Apteryx haastii)
– Kleiner Fleckenkiwi (Apteryx owenii)
– Rowi oder Okarito-Streifenkiwi (Apteryx rowi)
– Südliche Streifenkiwi (Apteryx australis), wobei der Südliche Streifenkiwi im Haast (Apteryx australis ‘Haast’) die seltenste Art ist
– Nördliche Streifenkiwi (Apteryx mantelli)

Populationszahlen

Noch vor 100 Jahren gab es diesen doch etwas launischen Vogel in millionenfacher Population, allerdings steht er heute unter Naturschutz und hält leider sogar den Status „Vor dem Aussterben bedroht“. Mit über 35000 Tieren ist der Nördiche Streifenkiwi, der am meist verbreiteste Kiwivogel. Der Südliche Streifenkiwi im Haast ist mit nur noch 300 Tieren der Kiwivogel mit der geringsten Population und gilt fast als ausgestorben. Nur in abgeschiedenen Orten und einer Höhenlage um die 1500m über dem Meeresspiegel kann er noch vorgefunden werden.

Im Durschnitt sterben 27 Kiwivögel jede Woche durch Raubtiere. Das ist eine Reduzierung des Artenbestandes von ungefähr 1400 Tiere pro Jahr. (2%).

20 % der gesamten Kiwipopulation leben deshalb in von Menschen gemanagten Bereichen, da in der Wildnis 95% der Kiwikücken leider nicht ihr Fortpflanzungsalter (18 Monate bis zu 5 Jahre) erreichen. Eingeführte Tiere, wie Hunde, Katzen, Hermeline, Frettchen u.a. sind die größte Feinde des Kiwivogels in der Wildnis, da die sich unkontrolliert vermehren.

Aufgabe des Kiwi-Männchen und Weibchen

Interessant finde ich, dass die Kiwi-Männchen etwas kleiner als die Weibchen sind und sie das Ausbrüten des Eis übernehmen, was je nach Art zwischen 63-92 Tage dauern kann. Das Weibchen kann 1-3 Eier pro Saison (meist ist es aber nur 1 Ei) legen und es braucht 1 Monat das Ei zu produzieren. Wenn sie es dann gelegt hat, ist ihre Aufgabe getan und kümmert sich weder um das Männchen und auch nicht um die geschlüpften Kücken.

Ei-Körpergewicht-Verhältnis

Häufig wird angenommen, dass der Kiwivogel das größte Ei-Körpergewicht-Verhältnis besitzt, was nicht ganz korrekt ist. Es ist dennoch schon beeindruckend, dass das Weibchen mit einem Körpergewicht von ungefähr 14 kg ein Ei mit einem Gewicht von 3,6 kg produziert. Das ist ein Verhältnis von 25% des eigenen Körpergewichtes. Hingegen der Strauß legt das größte Ei von allen Vögel, was allerdings nur ein Verhältnis von 2% zum Körpergewicht ist. Beim Menschen beträgt das Verhältnis cirka 5%. Die kleine Sturmschwalbe ist hingegen der Sieger, was das Verhältnis zwischen Körpergewicht und Ei betrifft. Sie wiegt zwar selber nur 20-38g, legt aber Eier im Verhältnis bis zu 30% ihres eigenen Körpergewichtes.

Habitat und Nahrung

Der Kiwivogel kann in unterschiedlichen Bereichen leben, wie Gebirgshänge bis zu exotischen Kiefernwäldern. Damit ist die typische Nahrung eine Kiwis schwer zu definieren. Kiwivögel sind allerdings Omnivore und essen alles von Wirbellosen Tieren, einheimische Würmer bis hin zu Beeren, Samen und auch einige Blättern einheimischer Pflanzen. (Artikel Teil 1 und Teil 2)

Hier mal einige Orte, wo ihr den Kiwivogel in der Wildnis in Neuseeland sehen könnt:

– Waiopoua, Northland
– Aroha Island, Kerikeri
– Warkwarth, North Auckland Peninsula
– Kapiti Island
– Okarito, Franz Josef
– Stewart Island
– Dunedin, Otago
– Tuatapere, Southland
– u.a.

Hier sind einige Orte, wo ihr den Kiwivogel in Gefangenschaft sehen könnt, da er in der freien Wildbahn sehr schwer zu entdecken sein wird. Häufig wird er mit dem Weka verwechselt.

– Auckland Zoo
– Kiwi North in Whangarei
– Kiwi Birdlife Park in Queenstown
– Wellington Zoo
– Orana Wildlife Park in Christchurch
– Kiwi Encounter bei Rainbow Springs in Rotorua
– u.a.

Und auch in Deutschland könnt ihr den Kiwivogel euch anschauen:

– Vogelpark, Walsrode
– Zoologischer Garten Berlin
– Frankfurt Zoologischer Garten
– u.a.

Ich könnte noch vieles mehr zu diesem faszinierenden Vogel schreiben. Alleine jede Haupt- und Unterart haben nochmal ihre eigenen Eigenarten, die ich interessant empfinde. Doch ich denke, dass ich in diesem kurzen Artikel einen kleinen Einblick geben konnte und vielleicht in den einen oder anderen das Interesse geweckt habe, diesen doch ungewöhnlichen Vogel einmal persönlich kennenlernen zu wollen.

Wenn ihr noch einige andere interessante Fakten über den Kiwivogel wisst bzw. tolle Plätze, wo man den Kiwi in Neuseeland oder auch in Deutschland besuchen kann, dann würde ich mich sehr über eine Nachricht oder einen Kommentar von euch freuen.

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