Annas Erfahrung als Au-pair

aus dem Flugzeug - Foto von Anna

aus dem Flugzeug – Foto von Anna

Hallo, ich bin Anna und bin 20 Jahre alt. Seit Mai lebe ich nun als Au-pair in Wainui, das ist 40 Minuten von Auckland entfernt. Ich bin eines der wenigen Au–pairs, die wirklich Glück mit ihrer Familie hatte und da will ich anderen ein wenig weiterhelfen, auf was man so achten sollte.

Zunächst einmal warum überhaupt Neuseeland, wo es auch so viele andere Möglichkeiten gibt? Nun, um ehrlich zu sein, wollte ich anfangs für ein Jahr in die USA und hatte mich dafür auch schon Mitte 2014 beworben. Es ist wirklich enorm wichtig, dass man sich früh bewirbt, da man sich so noch umentscheiden kann und es auch ohne eine andere Entscheidung sehr viel zu beachten gibt! Das Gute an Neuseeland war, dass man zwischen 6, 9 und 12 Monaten aussuchen konnte, also ist es auch für diejenigen was, die einen kurzen Aufenthalt bevorzugen! Ich hatte mich für 9 Monate entschieden, doch natürlich kann man auch verlängern, wenn man sich wie in meinem Fall super mit der Gastfamilie versteht oder nach den 9 Monaten noch reisen möchte, denn das Visum ist 12 Monate gültig. Aber Neuseeland bietet natürlich noch ganz andere Vorzüge: Die atemberaubende Landschaft, die tollen und außergewöhnlichen Tiere und vor allem leben hier die nettesten und hilfsbereitesten Menschen. Als ich mich dann für Neuseeland entschieden hatte, war nur noch die Frage, ob ich Au-pair oder ‚Work and Travel‘ mache. Ich habe mich ohne zu zögern für Au-pair entschieden, da ich die Arbeit mit Kindern sehr liebe und ein Familienmensch bin. Alleine reisen und die Unwissenheit, ob es Arbeit gibt oder nicht, kam für mich nicht in Frage!

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Jetzt musste ich nur noch eine passende Agentur finden. Zusammen mit einer Freundin entschied ich mich für AIFS, da diese den besten Support voraussagte! Zunächst einmal musste ich mich online bewerben. Als ich dann ein paar Tage später angenommen wurde, musste ich ein komplettes Onlineprofil auf der neuseeländischen Partneragentur „au pair link“ erstellen. Es ist wichtig, dass man sich für jede Frage Zeit nimmt und diese dann auch wahrheitsgemäß beantwortet, da das Profil an die Familien weitergeleitet wird! Frühzeitig sollte man auch mit dem Vorstellungsvideo (natürlich auf Englisch) anfangen, da das enorm viel Zeit in Anspruch nimmt. Ich hatte mir damals eine Liste gemacht, was ich noch alles machen musste, um meinen Traum zu erreichen. Das hilft, alles zu überschauen, denn es ist wirklich eine Menge!

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Auf meiner Liste standen Dinge wie ‚Gültigkeit des Reisepasses checken‘, ‚internationalen Führerschein beantragen‘, ‚polizeiliches Führungszeugnis besorgen‘ und ‚Impfungen erledigen‘. Das ist das Allerwichtigste, denn es ist Pflicht sich gegen Tetanus, Diphterie, Keuchhusten, Masern, Mumps und Röteln impfen zu lassen, ansonsten darf man gar nicht als Aupair nach Neuseeland gehen! Für mich war das besonders schwer und ich hatte zu diesem Zeitpunkt wirklich überlegt abzubrechen, da ich mich vorher noch nie in meinem Leben impfen lassen hatte und es auch eigentlich nicht wollte. Aber letztendlich war ich diesen Schritt dann doch gegangen und bereue es bis jetzt nicht. Natürlich braucht man für Neuseeland auch ein Visum, um überhaupt so lange bleiben und arbeiten zu können. Von AIFS bekam ich ein Handbuch, in dem alle für mich notwendigen Infomationen genau beschrieben waren, vor allem auch der Verlauf des Visumantrages, da dies relativ kompliziert ist!

Auszug aus dem AIFS Handbuch

Was ich aber erschreckend fand, war, dass in dem Preis, den ich an die Agentur zahlen musste (ca. 2000 Euro) nicht das Visum oder sonstige Kosten enthalten waren. Dieser Preis war nur für den Flug und die Agentur! Sobald man sich anmeldet, wird eine Gebühr von 10 % dieser Rate fällig, die man natürlich zurück bekommt, wenn man nicht vermittelt werden kann. 90% muss man dann zahlen sobald man eine Familie gefunden hat. Das Visum hatte dann nochmals ca. 120 Euro gekostet! Damit dachte ich wären alle Kosten abgedeckt, doch dem war nicht so! Schließlich braucht man noch eine Kreditkarte. Man bekommt zwar zum Anfang innerhalb der 3-tägigen ‚orientation days‘ in Auckland eine, wenn man möchte, doch die ist nur für das Gehalt, das man hier bekommt. Ich hatte mich für eine Karte vom ADAC entschieden, da man mit dieser gebührenfrei weltweit Geld abheben kann. Auch eine Krankenversicherung hatte ich ebenfalls bei ADAC abgeschlossen!

Foto von Anna

Foto von Anna

Es gibt sicherlich eine Menge gute Versicherungen und auch AIFS bietet eine Krankenversicherung an, die mit 350 Euro eine der billigen ist, jedoch viele Leistungen umfasst. Alles in allem ist Au-pair sehr teuer, doch man verdient auch gut und bekommt am Ende einen „Completion bonus“ von der Familie.

Doch zurück zur Familienauswahl, das muss man nämlich als Erstes machen, bevor es mit den Kosten losgehen kann. Wenn man das Profil vervollständigt hat, inklusive Video und einigen Fotos (unbedingt mit Kindern), dann wird man für die Gastfamilien freigeschaltet. Diese kontaktieren einen dann oder aber man selbst kann sie anschreiben. Mich hatten 4 Familien ausgewählt, unter anderem auch meine jetzige Gastfamilie! Mit allen 4 Familien hatte ich dann geskypt, um sie besser kennen zu lernen und mich besser entscheiden zu können. Mit meiner jetzigen Familie hatte ich als erstes geskypt und direkt ein supergutes Gefühl, weil so viele Punkte stimmten: Der Gastvater ist mit derselben Erziehung wie ich groß geworden, auch ist er Vegetarier. Trotzdem hatte ich dann noch mit anderen Familien geskypt. Letztendlich hatte ich eine Auswahl von 2 Familien gehabt und ich konnte mich nicht so richtig entscheiden, also schrieb ich eine Pro und Kontra-Liste zu jeder Familie und skypte auch mit den Au–pairs, der zur Auswahl stehende Familien, um noch offene Fragen zu klären. Das ist besonders wichtig, da es einem hilft, sich zu entscheiden und einen ersten richtigen Eindruck von der Familie zu gewinnen. Nach längerem hin und her hatte es mir dann vor allem bei der Entscheidung geholfen, dass ich mit meinen Eltern über beide Familien sprach. Danach war mir klar zu welcher Familie ich gehen wollte. Vor allem sollte einem aber von Vornherein klar sein auf was man Wert legt. Ich zum Beispiel fand es wichtig, die Wochenenden frei zu haben, um reisen zu können und gleichzeitig war mir wichtig, dass die Familie mich als Familienmitglied sieht und nicht nur als Arbeitskraft. Aber das Wichtigste von Allem ist, dass man der Familie ganz klar im Voraus sagt, wie sicher man sich mit dem Fahren fühlt, da es meiner Meinung nach leichter ist, auf der linken Straßenseite zu fahren, wenn man viel Fahrpraxis hat. Dies ist nämlich ein häufiger Grund, warum Au-pairs die Familie wechseln, da sie wegen zu schlechtem Fahren gehen müssen.

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Im Nachhinein bin ich um jeden Tag froh, dass ich mich für diese Familie entschieden habe, denn ich fühle mich hier so wohl und die Familie nimmt mich als Mitglied auf! Sogar so sehr, dass ich bald mit ihnen gemeinsam nach Australien fliegen werde. Ich kann zwar während der Woche nicht so viel machen, da ich sehr ländlich lebe und bis abends arbeiten muss, doch dafür sehe ich am Wochenende umso mehr. Zusätzlich bietet ‚Au-pair link‘ auch eine ‚cafe group‘ an, damit man andere Au-pairs kennenlernen kann und auch viele weitere Events am Wochenende helfen dabei, neue Leute kennen zu lernen. Nun bin ich 2 Monate hier und habe schon Cape Reinga, Bay of Island, Coromandel, Taranaki und ganz Auckland gesehen. Ich freue mich schon sehr auf die bleibenden 8 Monate und kann es wirklich jedem nur empfehlen, diesen Schritt zu gehen!!

Anna auf dem Mt. Victoria in Devonport - Foto von Anna

Anna auf dem Mt. Victoria in Devonport – Foto von Anna

Artikel und Fotos von Anna.

Schaut doch auf Annas Blog vorbei.

Habt ihr ähnliche oder ganz andere Erfahrungen als Au-pair gesammelt? Oder besondere Erlebnisse in Neuseeland gehabt? Schreibt ihr eventuell auch gerne? Dann meldet euch doch bei mir und ich würde mich freuen, einen Artikel von euch auf meinem Blog zu veröffentlichen. Alle Themen, rund um Neuseeland werden in Betracht gezogen.

Und hier sind noch ein paar Büchervorschläge zum Thema:

 

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