Werner – endlich aus Deutschland raus

Foto von Werner

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Seit 6 Jahren lebe ich in Neuseeland und bin darüber sehr glücklich. In Deutschland war es mir einfach zu voll. Es gab dort kaum noch Möglichkeiten, die Leute sind im allgemeinen eher unfreundlich und der Staat reguliert nach meinem Empfinden extrem über. Ich hatte genug davon, ich wollte raus.

Eigentlich wollte ich schon aus Deutschland, seit dem ich 15 Jahre alt war, weg, doch dann kamen wichtigere Dinge dazwischen. Später kam der Gedanke erneut auf, durch TV-Serien wie „Good bye Deutschland“ (die übrigens mit der Realität kaum etwas gemein haben).

Die Frage war dann, wohin?

Da ich keine zusätzliche Sprache erlernen wollte, sollte es in ein englischsprachiges Land gehen. Es sollte nicht in der überbevölkerten EU sein, damit fiel die UK aus.

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Menschen sollten auch nicht anonym sein, Gesundheitssystem etc. sollte für jeden zugänglich sein und es sollte berufliche Möglichkeiten etc. bieten. Damit fiel die USA auch weg. Kanada wäre mein Plan C gewesen, wegen der Nähe und Ähnlichkeit zur USA, stand es allerdings nur an dritter Stelle.

Ich wollte in Land mit einigermaβen gemässigtes Klima und keinen giftigen Tiere ziehen, somit war Australien nur mein Plan B.

Ich fand das Neuseeland ziemlich genau dem entsprach, was ich wollte, plus die gröβtmoeglichen Distanz zu Deutschland gefiel mir.

Ich fing zu recherchieren an, sparte und zog es einfach durch. Es war schon harte Arbeit, aber ich würde es immer wieder machen.

Hier in Neuseeland gibt es einfach viel mehr Möglichkeiten, mehr Platz, besseres Gleichgewicht zwischen dem privaten und beruflichen Leben, die Menschen sind freundlicher und die Landschaft ist einfach unglaublich.

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Damals versuchte ich erst ein Arbeitsvisum über meine zwei Berufe (Elektriker und IT System-Ingenieur) zu bekommen. Der Registrierungsprozess als Elektriker war zu langwierig, so dass ich darüber keine Chancen auf ein Jobangebot hatte und für meinen IT-Job war mein akademischer Grad zu gering.

Die Zeit wurde knapp, also haben meine damalige Freundin und ich beschlossen, es über ein „Relationship visa“ zu versuchen. Sie war geborene „Kiwi“, damit was das möglich. Doch die nötigen Papiere und Dokumente aufzubringen, um unsere Beziehung nachzuweisen, war sehr anstrendend und stressig, vor allem aber das Warten im Ungewissen. Ein Jahr später war die Beziehung kaputt.

Trotzdem bin ich super dankbar in Neuseeland leben zu können. Ich fühle mich wesentlich entspannter hier. Dies war auch einer meiner Hauptgründe, hier her zu wollen. Und ich habe es erreicht.

Mich zog es in die Hauptstadt Neuseelands und mein erster Job war als IT-Ingenieur. Wellington ist genau richtig für mich. Es ist weder zu groβ, noch zu klein und hat einen speziellen Charme – das sagen alle, die einmal hier waren. Alles hier inspirierte mich zum Fotografieren, schon um meinen Freunden und Familie zeigen zu können wo und wie ich lebe. Zwar hatte ich schon in Deutschland Interesse an der Fotografie, allerdings eher auf „Normalverbraucher-Niveau“.

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Mein Vater hatte viel fotografiert und meine Mutter sogar das Handwerk erlernt. Daher habe ich wohl mein „Auge“ für das Fotografieren bekommen. (Unter dem folgenden Link könnt ihr noch mehr von Werners Bildern bewundern)

Vor meinem Abflug habe ich mir meine erste halbwegs anständige „Point and Shoot“-Kamera geleistet. Danach folgte die nächste und nächste. Dann vor circa 2,5 Jahren kam die erste digitale Spiegelreflexkamera (DSLR) in meine Sammlung, von der ich eher enttäuscht war. Die vom Level her nächst höherere Kamera war ok, aber ich erreichte recht schnell schon deren Limit.

Im Juli 2014 kam die erste „Full Frame“-Kamera (Professional Level) hinzu. Damit konnte ich in wesentlich höherer Qualität fotografieren. Ich hatte mir selbst Photoshop und andere diverse digitale Bearbeitungsprogramme beigebracht, bin aber immer noch am Hinzulernen.

Was viele nicht sehen und verstehen ist, dass sehr viele Stunden an Arbeit in ein einziges Bild reingehen. Die Mehrzahl meiner Bilder bestehen aus 30-96 Einzelbilder (mein Rekord). Nur für das reine Bearbeiten am Bild benötige ich im Schnitt 4 Stunden, für manche sogar 16 Stunden. Hinzu kommen 2-4 Stunden pro Bild für das Fotografieren selbst. Es steckt also eine Menge Zeit und Aufwand in einem guten Foto.

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Meine Bilder waren mittlerweile bei einigen Ausstellungen, wie im „Kiwi Art House“ Dezember 2015 bis Januar 2016, oder bei „Artspace“ in Petone 2015 mit dem Thema „Colors of Wellington“ und „Christmas Crackers“, aber auch in der Solo-Exhibition bei „Artspace“  Dezember 2014 bis Februar 2015. Leben kann ich davon allerdings nicht.

Die Ausrüstung ist teuer und ständig am wachsen. Neuestes „Familienmitglied ist eine weitere „Full Frame“-Kamera, als Backup, wenn meine Hauptkamera zur Wartung ist.

Die neuseeländische Landschaft ist ideal zum Fotografieren. Es gibt viele Gegenden mit wenig Menschen. Man muss nur aus dem Fenster schauen, einfach atemberaubend.

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Natürlich gibt es auch Dinge, die mir an dem Land nicht so gefallen. Zum Beispiel die aktuelle Regierung, und alles wofür sie steht. Sie scheinen zu versuchen Neuseeland in ein „Kleinamerika“ umzuwandeln und die Menschen gehen unter. Kommt mir irgendwie bekannt vor!

Gerade der Premierminister, mit seiner Vergangenheit, sollte es besser wissen. Alles was er bis jetzt erreicht hat, ist weniger staatliche Wohnungen, ein teures „New Flag Project“, ein gekürztes Gesundheitssystem und immense Staatsverschuldung.

Das gerade unterzeichnete TPPA erinnert eher an einen Ausverkauf, ich kann keinen wahren Nutzen für Neuseeland darin sehen. Das gleiche passiert gerade in Europa. Ich frage mich, wie kann jemand erlauben, dass ein Land von Firmen regiert wird?

Neuseeland ist ein so schönes Land, indem ich gerne lebe. Es gibt noch so viele Ecken, in denen ich noch nicht war und ich noch fotografieren möchte. Auf meiner Liste steht noch Rotorua, Auckland, Taranaki, viele Ecken der Südinsel und mein Traum wäre es, in der Antartik zu fotografieren.
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Ich habe meinen Stil gefunden. Er passt zu meiner Persönlichkeit und ich möchte Fotos machen, die in erster Linie mir gefallen. Wenn Leuten meine Fotos gefallen, freue ich mich. Wenn es jemanden nicht gefällt, ist das auch ok. Ich kann es nicht allen Recht machen, also versuche es erst gar nicht. Dennoch würde ich gerne von diesem, im Moment teuren Hobby, leben wollen. Vielleicht irgendwann in der Zukunft.

Gefallen euch Werners wunderschöne Bilder, dann könnt ihr euch gerne bei Werner melden, um einen Überblick über Motive, Preise und Gröβen zu bekommen. Sie sind das ideale Souvenir oder Geschenk aus Neuseeland.

Fotos und Bericht von Werner

Schaut doch auch auf Werners Webseite vorbei.

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4 Kommentare zu “Werner – endlich aus Deutschland raus

  1. Hallo, Werner,
    darfst du tatsächlich trotz Trennung von deiner Freundin (was immer ein blöde Sache ist ) weiterhin in NZ wohnen und leben? ?
    Meine Frau und ich Sind ebenfalls am Eroieren, wie wir den Sprung schaffen könnten.

    • Die Trennung damals war ne ganze Zeit nach dem Visa.
      Neuseeländer erwarten nicht, dass man ein Leben lang zusammen bleibt

  2. Hallo Werner!
    Toller Eintrag.
    Dürfte ich dich nach deiner e-Mail Adresse bitten? Ich hätte ein paar sehr wichtige Fragen.
    Ich hoffe du gehst selbst auch wählen etc. damit das Land weiterhin so schön bleibt

    Lieben Gruß

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